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50 Jahre Linde -Stapler mit HydrostatikUnternehmensnachrichten
Energiesparend, präzise und feinfühlig (03.08.2010)
Fünfzig Jahre Erfolgsgeschichte:  links das erste Staplermodell, der Hubtrac H3K, rechts ein Linde H25 der Baureihe 39x.
Fünfzig Jahre Erfolgsgeschichte: links das erste Staplermodell, der Hubtrac H3K, rechts ein Linde H25 der Baureihe 39x.
Linde Material Handling GmbH - Vor 50 Jahren, auf der Industriemesse in Hannover 1960, wurde der Hubtrac H3K, der erste Linde-Stapler mit hydrostatischem Antrieb, der Öffentlichkeit vorgestellt. Was damals noch keiner wusste: Diese Stapler-Modellreihe bildete den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält und Linde Material Handling zum führenden Hersteller für Gegengewichtstapler in Europa gemacht hat. In vielen Branchen schwört ein Großteil der Unternehmen auf die roten Stapler mit dem weißen, geschwungenen Linde-Schriftzug.

Herzstück eines jeden verbrennungsmotorischen Staplers von Linde im Traglastbereich bis 18 Tonnen ist der hydrostatische Antrieb. Er ist untrennbar mit den feinfühligen, präzisen Fahr- und Hubeigenschaften der Stapler sowie ihrem sparsamen Energieverbrauch und ihrer Wartungsfreundlichkeit verbunden. Auch wenn sich das Prinzip des hydrostatischen Getriebes bis heute nicht geändert hat, sind den Entwicklungsingenieuren von Linde MH doch immer wieder entscheidende technische Verbesserungen gelungen. Mit der vierten Generation der Linde-Hydrostatik behauptet der Staplerbauer seine Technologieführerschaft: in die kompakte Antriebsachse sind zwei langsam laufende Hydromotoren integriert, welche die Antriebsräder direkt, d. h. ohne Untersetzungsgetriebe, antreiben.

Bis heute sank die Drehzahl der im Stapler verbauten Linde-Hydrostatik um mehr als 95 Prozent.
Bis heute sank die Drehzahl der im Stapler verbauten Linde-Hydrostatik um mehr als 95 Prozent.
„Wir haben uns nie auf unseren Lorbeeren ausgeruht. Vielmehr war der jeweilige Erfahrungsstand die Ausgangslage, nach weiteren Optimierungspotenzialen für Fahrantrieb und Hubhydraulik zu forschen. Bestes Beispiel sind die Entwicklungsschritte der Antriebsachse. Wo einst eine Drehzahl von 3.500 U/min anlag, sind es heute beim aktuellen Langsamläufer gerade noch 170 U/min. Diese Fortschritte setzen ein hohes Systemverständnis voraus, das bei Linde durch die Verbindung von Fahrzeugentwicklung und Antriebstechnik unter einem Unternehmensdach in idealer Weise gegeben ist. Somit können sich unsere Kunden auch in Zukunft darauf verlassen, dass sie mit der Marke Linde technisch führende und gleichzeitig wirtschaftlichste Staplertechnologie erwerben“, so Theodor Maurer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Linde Material Handling.

Hauptbestandteile des Linde Hydrostatik-Antriebs sind die Hydrostatikpumpe und die beiden Radmotoren. Im Unterschied zum hydrodynamischen Getriebe kann durch die Schlauchverbindung zwischen Pumpe und Radmotoren ein für das Fahrzeug optimaler, flexibler Einbau gefunden werden. Zudem kommt das hydrostatische Getriebe ohne Kupplung, Handschaltung, Getriebe und Bremsen aus, was sich in geringeren Wartungskosten widerspiegelt.

Bereits seit den 1970er Jahren nutzt Linde MH Axialkolbenmotore, die sich durch Hochdruckfähigkeit und Verstellbarkeit auszeichnen, um die mechanische Energie des Verbrennungsmotors in hydraulische Energie umzuwandeln. Etwa zur gleichen Zeit vollzog Linde MH den Schritt von den Schrägachsenpumpen zu den Schrägscheibenpumpen und –motoren und schuf damit die Voraussetzung für kompaktere Einbaumaße, längere Lebensdauer und eine sehr hohe Leistungsdichte. Seit Mitte der 1980er Jahre sind die Schrägscheibenpumpen und Motoren in allen Stapleranwendungen von Linde im Einsatz – sowohl im offenen Ölkreislauf (Hubhydraulik) als auch im geschlossenen Ölkreislauf (Fahrhydraulik). Eine Standardisierung und die Integration zahlreicher weiterer Funktionen erfolgte Anfang der 1990er Jahre mit der Einführung der modernen Axialkolbenmaschine der Baureihe 02 in Schrägscheibenbauweise. Mit der Staplerbaureihe 39x gelang im Jahr 2002 ein entscheidender Durchbruch bei der Drehzahlreduzierung, die zur Einsparung einer Getriebestufe führte und den Antrieb damit nicht nur leiser und verschleißärmer, sondern auch energiesparender machte. Viele Hydraulik-Experten staunten über die Leistungsdichte und Präzision, die mit Schrägscheibenantrieben realisiert wurde. Und die Praxis bestätigte sogar die Überlegenheit gegenüber dem Radialkolbenantrieb, bei welchem die Arbeitskolben im Gegensatz zur Axialkolbenpumpe nicht axial (parallel), sondern radial (senkrecht) zur Antriebswelle angeordnet sind.

„Entscheidende Voraussetzung für jeden großen Entwicklungsschritt war, dass die Antriebstechniker bei Linde MH tief in das Fahrzeug hinein fühlen können“, ist Bernward Welschof, Entwicklungsleiter Antriebstechnik bei Linde MH, überzeugt. „Denn als einziger Gabelstaplerhersteller verantwortet Linde sämtliche Komponenten, vom Fahrpedal bis zum Rad. Und nicht nur der hydraulische Fahrantrieb, sondern auch die komplette Hubhydraulik einschließlich Elektronik, Lenkung und Bedienhebel entstammen der gemeinsamen Hydraulik- und Fahrzeugentwicklung unter einem Dach.“ Mit dem Langsamläufer hat Linde aktuell die vierte Generation der Hydrostatik implementiert, die den Staplerfahrern hohen Fahrkomfort, Wendigkeit und feinfühlige Bedienung bietet. Gleichzeitig profitieren die Betreiber von geringem Wartungsaufwand und hoher Leistungsfähigkeit. Für die Zukunft haben die Antriebstechniker und Fahrzeugentwickler von Linde MH bereits weitere Entwicklungen in der ‚Pipeline’. Welschof: „So kann die Hydrostatik in Zukunft beispielsweise als Basis dienen, um die Antriebsprinzipien von Elektro- und Verbrennungsmotor zu verbinden und dem Anwender das Beste aus zwei Welten zu bieten.“
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