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Hubwagen statt Stapler
Kabeltrommeln sind nützlich zum Aufwickeln, Transportieren und Lagern von Kabeln unterschiedlichster Größe. Wenn die Trommeln allerdings Größen und Gewichte annehmen, die mit einer Heimwerker-Kabeltrommel bei weitem nicht zu vergleichen sind, wird die Handhabung schwieriger. Bei der nkt cables GmbH***, die in Köln Hochspannungskabel herstellt, haben die Kabeltrommeln Durchmesser von 2,80 bis 3,00 Meter und Breiten zwischen 2,02 und 2,20 Meter. Entsprechend hoch ist das Gewicht. Es beträgt je Trommel einschließlich Stahlspule maximal 12,5 Tonnen. Zum Transportieren verwendet man Gestelle, die auch noch jeweils 1.000 kg wiegen. So mussten die großen Stapler, die man bislang zum Bewegen der Last einsetzte, eine Tragfähigkeit von mindestens 13,5 Tonnen aufweisen.
Aus mehreren Gründen haben die Kölner die Stapler durch andere Fahrzeuge ersetzt. Zum einen stellten die großen Geräte mit ihrer sperrigen Last ein Gefahrenpotenzial auf dem engen Weg von der Fertigung zum Lager dar. Zum anderen wurde viel Zeit vertan, weil die Stapler immer erst angefordert werden mussten und deshalb unnötige Wartezeiten von mehreren Minuten auftraten.
Jetzt stehen zwei neue Fahrzeuge vom Remshaldener Sonderbau-Spezialisten BAKA in zwei unterschiedlichen Bereichen für die Mitarbeiter in der Fertigung parat. Damit können sie selbst ihre Transporte zeitnah organisieren. Es handelt sich um Plattformhubwagen mit Elektroantrieb und Sicherheits-Lenkdeichsel, die speziell für den Transport der großen Kabeltrommeln entwickelt wurden. Die EGU-13,5 – so der offizielle Name – sind 3,9 Meter lang. Sie verfügen über eine Plattform, die hydraulisch von Niveau 270 auf 380 mm gehoben werden kann. Die Fahrzeuge bauen deshalb sehr niedrig, weil die Gesamthöhe von Plattformhubwagen plus Last das Maß von 3,4 Metern wegen der eingeschränkten Durchfahrtshöhen nicht überschreiten darf. Auch auf dem Transportweg herrschen beengte Verhältnisse. Deshalb haben die schwäbischen Staplerbauer eine elektrische Lenkhilfe mit Servoantrieb eingebaut. Damit lässt sich das schwere Gefährt bequem manövrieren.
Sobald eine Kabeltrommel aus der Fertigung abzuholen ist, wird der Aufwickler in den Fahrbereich gefahren und die Trommel auf ein bereitstehendes leeres Gestell abgesetzt. Ab hier übernimmt das manuell geführte BAKA-Fahrzeug die Last und fährt das Material zum Lager, wo ein Kran das Transportgestell entlädt und die Kabeltrommel bodeneben einlagert. Angetrieben werden die Plattformhubwagen mit einem 4,5-kW-AC-Motor, der aus einer 48V/160-Ah-Batterie gespeist wird. Das vorn mittig angeordnete Antriebsrad aus Vulkollan hat einen Durchmesser von 405 mm. Es verleiht dem Fahrzeug eine Maximalgeschwindigkeit von 4 km/h, und zwar vorwärts und rückwärts. Die programmierbare Hochfrequenz-Impulssteuerung erlaubt feinfühliges Fahren, die Fahrgeschwindigkeit lässt sich stufenlos regeln. Das Fahrwerk auf der Lastseite ist in Vierfach-Tandem-Bauweise mit insgesamt acht Vulkollan-Rollen ausgeführt. Rollendurchmesser: 250 mm. Aus Sicherheitsgründen wurde an der Fahrzeugrückseite ein Reflex-Lichttaster montiert. Er sorgt dafür, dass etwa einen Meter vor einem Hindernis die Fahrgeschwindigkeit auf Schleichgeschwindigkeit gedrosselt wird. Die Lösung „Hubwagen statt Stapler“ wurde bei der nkt cables GmbH so gut angenommen, dass derzeit über eine Erweiterung des Konzepts nachgedacht wird. *** Die nkt cables group Die nkt cables GmbH ist ein international tätiges und anerkanntes Unternehmen der Kabelindustrie. In Köln werden Mittelspannungs- und Hochspannungskabel, Freileitungsseile, blankes Leitmaterial und Hochspannungsgarnituren gefertigt. Die nkt cables GmbH ist in vielen Produktbereichen marktführend und gehört zur dänischen NKT-Holding. www.baka.de Bilder: Baka |
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