Ausgehend von vorherrschenden betrieblichen Gegebenheiten mit entsprechenden Fahrwegen und –breiten, einer bestimmten Art und Anzahl zu transportierender Lasten und Gebinde bietet der Hersteller den Kunden mit der großen Produktvarianz ein auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Logistikzug. Für Anwendungen im Innenbereich mit breiten Fahrwegen und glatten Böden sind Anhänger im C-Format (C-Frame) ohne Hubeinrichtung und mitlaufender Palettenfahrgestellen (Dollys) eine wirtschaftliche Einstiegslösung, wie es heißt.
Bei schwierigeren Einsatzbedingungen mit unebener Fahrbahn, wie sie meist im Außenbereich zu finden sind, stellt der C-Frame mit Hubeinrichtung und wahlweise Vierrad-Lenkung das geeignete Beförderungsmittel dar. Hierbei können standardmäßig zwei Chep-Paletten, eine Europalette, eine Industriepalette oder die doppelte Europalette mit Gewichten von 600 Kilogramm bis 2.000 Kilogramm aufgenommen werden. Für Gewichte größer 1.000 Kilogramm steht mit der elektrohydraulischen Hubeinrichtung ein in jedem einzelnen Anhänger autarkes Hydrauliksystem zur Verfügung, das nur eine Stromverbindung nach außen benötigt, die den Motor versorgt. Dadurch sind Hydraulikverbindungen von Anhänger zu Anhänger nicht notwendig, Leckagen werden auf diese Weise vermieden.
Bei Anwendungen mit speziellen Anforderungen hinsichtlich der Fahrwegsbreite sowie flexibler Be- und Entlademöglichkeit zu beiden Seiten kann der Linde Bügel-Frame wahlweise mit oder ohne Hub die perfekte Lösung darstellen. Zusätzlich besteht mit dem rein elektrischen Hubantrieb die Möglichkeit, besonderen Vorschriften wie Hygieneanforderungen gerecht zu werden und somit den Einsatz im Reinraum – und medizinischen Bereichen zu ermöglichen.
Als Zugmaschine des Linde Logistikzuges dient das Schlepperprogramm des Herstellers mit seinen Schleppkapazitäten von 3 bis 25 Tonnen. Damit kann ein Vielfaches des Transportvolumens eines Gabelstaplers in einer Fahrt bewegt werden. In der Folge werden Einzel- und Leerfahrten vermieden und das Unfallrisiko sinkt erheblich.
„Die Einführung des Linde Logistikzuges stößt auf ein großes Kundeninteresse“, berichtet Tobias Zierhut, Leiter Lagertechnik im International Marketing bei Linde MH. „Hierbei zeigt sich deutlich, dass aufgrund der unterschiedlichen Logistikprozesse bei unseren Kunden die Erweiterung des bestehenden Programms ein folgerichtiger Schritt war. Die Lösungskompetenz Lindes ist damit weiter gewachsen.“
Um für eine bestimmte Kundenanforderung die richtige Konfiguration des Logistikzuges zu finden, sind nach Angaben von Zierhut eine umfassende Beratung sowie Vor-Ort-Analysen unabdingbar. Diese Aufgabe übernehmen eigenen Angaben zufolge sowohl kompetente Berater bei Linde MH als auch speziell ausgebildete Verkäufer bei den Linde Vertragspartnern. „Im Ergebnis lässt sich der innerbetriebliche Materialfluss so weiter optimieren.“ Auch nach der Erweiterung sei der Linde-Logistikzug kein abgeschlossenes Segment, sondern es werde auch in Zukunft je nach Kundenanforderung weitere spezielle Anhängeroptionen geben.