 Dr. Klaus Pirpamer (links) und Wolfgang Baumann |
Cavaion: Die Weichen Richtung Zukunft sind gestellt
Wolfgang Baumann vertreibt seine Seitenstapler mit V- und E-Antrieb weltweit aktuell in 55 Ländern. Marktmittler sind über 100 Händler, alleine in Deutschland sorgen siebzehn Händler für den Vertrieb. Gefertigt werden sämtliche Geräte in Cavaion mit einem Team von derzeit 74 Mitarbeitern, das bereits im Jahr 2006 um den neuen Vertriebsleiter Stefan Krassnig, der von Terra kam, ergänzt wurde. In der Geschäftsführung bereitet sich Klaus Pirpamer seit fünf Jahren an der Seite von Wolfgang Baumann auf dessen Nachfolge vor. Der Wirtschaftswissenschaftler hat auf einer Eliteuniversität promoviert und arbeitet sich an der Seite von Wolfgang Baumann in die komplexe Materie ein, so dass die Zukunft des Unternehmens auch personell gesichert ist. Wichtige Entscheidungen wie die Konzentration auf die eigene Marke Baumann Cavaion Sideloaders, Trennung von der SHS, Neuorganisation des weltweiten Vertriebs- und ET-Wesens und Verjüngung des internationalen Führungsteams sowie Festigung und Ausbau der Marktposition (Baumann hält die größte Maschinenpopulation am Weltmarkt) kennzeichnen die Arbeit der vergangenen Jahre des umsichtigen Unternehmers Wolfgang Baumann, der zahlreiche Ehrenämter in Politik und Wirtschaft in Norditalien bekleidet.
Das aktuelle Seitenstapler-Produktprogramm seines Unternehmens besteht aus der:
- X-Serie – Seitenstapler mit Unterflurmotor von 3 bis 25 t,
- S-Serie – Seitenstapler mit Überflurmotor von 5 bis 45 t,
- E-Serie Seitenstapler von 3 bis 7 t mit E-Antrieb (80 V, AC bis 1.250 Ah),
- Foxx (Thermischer Vierwegestapler mit 4/5 t Traglast),
- Sondergeräten auf Basis von Seitenstaplern.
Seit Mai 2007 besteht mit dem Marktführer bei elektrischen Vierwegestaplern,Hubtex aus Fulda, eine Vertriebskooperation in gemeinsam definierten Märkten. Hubtex vertreibt die Seitenstapler von Baumann Cavaion und Baumann im Gegenzug elektrische Vierwegestapler.
Baumann hat eine bemerkenswerte Fertigungstiefe. Rahmen, Achsen und Hubgerüste sowie Anbaugeräte fertigt man selbst oder lässt dies von ehemaligen Mitarbeitern tun, die im nahen Umkreis eigene Firmen gründeten und just-in-time die geforderte Qualität in die 6.500 qm großen Hallen, die um einen neuen Verwaltungstrakt erweitert wurden, liefern. Bei Komponenten setzt man auf Markenware, so stammen die Motoren von VM, Perkins und Volvo, die Hydraulik von Parker und Rexroth und bei den E-Geräten setzt man natürlich auf Zapi-Steuerungen. Gefertigt wird auftragsbezogen. Jüngste Entwicklung ist die neue Kabine, die erstmalig in der Branche mit vier Breiten von 750 bis 1.070 mm angeboten wird und damit auch gehobene Komfortansprüche erfüllt, zudem lässt sich bei dieser Kabine der Fahrersitz um 30 Grad aus der Längsachse schwenken, was den Fahrer erheblich entlastet.
Jährlich entstehen 340 Seitenstapler, zehn Prozent mit E-Antrieb mit steigender Tendenz.
Die „atmende Fabrik“ ist jedoch in der Lage, jährlich rund 430 Einheiten problemlos herzustellen. Derzeit sind die Auftragsbücher prall gefüllt, Lieferzeiten von 14 Wochen bei Standardgeräten werden dennoch eingehalten. Bei den-V-Maschinen markieren die Geräte mit 4 bis 7 t das Volumensegment. Durchschnittlich zehn bis 15 Prozent der Produktion entfallen auf Großgeräte bis 50 t. Beim Besuch der STAPLERWORLD waren ein 20-Tonner für eine koreanische Werft ein 18-Tonner für einen norddeutschen Edelstahl-Verarbeiter und zwei 15 t für die russische Stahlindustrie in der Endmontage.
Zu den Besonderheiten der Cavaion Sideloaders Baumann gehören die plattformseitig angebrachten Neigezylinder, welche zum Ausgleich von Fahrbahn-Unebenheiten miteinander verbunden sind und die Gabeln mit der Last horizontal halten. Zudem werden einige Typen mit 20-Zoll-Bereifung für den Einsatz auf unbefestigtem Gelände angeboten. Die Kabinen sind auf verschließfreien Hydrobuchsen gelagert und bei den Unterflurgeräten werden Motor, Hydraulik, Tanks und Radmotoren im so genannten Achskasten montiert. Eine besonders flexible Konstruktion, welche sich problemlos an die unterschiedlichen Chassisbreiten anpassen lässt. Der Antriebsmotor wird in Fahrzeuglängsrichtung eingebaut, was die Kühlluftführung deutlich verbessert und die Reinigung der großen Kühler
vereinfacht.
Das Unternehmen ist gut aufgestellt, hat sich von den Turbulenzen im ehemaligen deutschen Handelshaus erholt und ist von seinem Kapitän in ein ruhiges Fahrwasser gesteuert worden. Naturgemäß beliefert man die Holz-, Stahl- und Baustoffindustrie, Wachstumssegmente sind Betonfertigteilwerke, Windkraftanlagenhersteller und stahlverarbeitende Unternehmen. Sonderbauten hat man auch im Bereich Fahrzeugbau (Evobus) geliefert und man ist, aber hier darf nicht zu viel verraten werden, in der Luftfahrtindustrie aktiv. Es bleibt folglich spannend, denn die cavaionesischen Baumänner können sich ganz auf ihr Kerngeschäft, hervorragende Seitenstapler und Service, konzentrieren. Dieses Ziel setzen sie mit einem vielsprachigen internationalen Team um, das vom Chef persönlich an meistens sechs Tagen in der Woche motiviert wird.
Dieser Artikel erschien in der Fachzeitschrift Stapler World.
www.staplerworld.com