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Clark startet durchUnternehmensnachrichten
Clark startet durch (16.06.2005)

CLARK Europe GmbH - Egon Strehl, Geschäftsführer der neu gegründeten Clark Europe GmbH, gab nachstehend im Originalwortlaut wiedergegebenes Interview der Fach-zeitschrift dhf:





Grün ist wieder im Rennen. So lässt sich in aller Kürze die Situation des renommierten Staplerherstellers beschreiben. Wir besuchten die neue Europazentrale des Unternehmens in Duisburg, erhielten von Geschäftsführer Egon Strehl auf unsere Fragen offene Antworten und stellten auch nach einem Rundgang im Firmengebäude fest, dass hier mit Weitblick gehandelt wird.

dhf: Herr Strehl, seit dem 1. September vergangenen Jahres gibt es die neue Clark Europe GmbH. Welche Aufgaben hat diese neue Europazentrale?
Egon Strehl: Die Hauptaufgaben unserer Organisation liegen ganz eindeutig darin, die Importeure und Händler, die hier in Europa die Geschäfte weitergeführt haben, zu unterstützen und zu stärken, aber auch neue Händler zu finden, speziell in Deutschland, wo wir fast den gesamten Markt verloren haben.

dhf: Wie erfolgreich waren Sie denn inzwischen bei der Händlersuche?
Strehl: Am Anfang war es ein ziemlich zähes Ringen, weil natürlich viele Händler mit den starken Herstellern liiert sind. Es zeigte sich aber überraschend schnell ein großes Interesse, mit uns zusammenzuarbeiten. Zwölf Händler konnten wir inzwischen in Deutschland gewinnen. Damit sind wir fast wieder flächendeckend in diesem Land vertreten. Das ist für unsere bestehenden, etwa 15000 Kunden ein großer Vorteil, denn wir können nun wieder den so wichtigen Service bieten und die Ersatzteilversorgung sicherstellen.

dhf: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den Süd-Koreanern? Bringt der neue Clark-Eigner der Young An Hat - ein Hutfabrikant - das nötige Verständnis für Stapler auf?

Strehl: Die Zusammenarbeitmit unserer Zentrale in Süd-Korea und dem neuen Eigentümer der Firma Young An, Mister Sunghak Baik mit seiner Familie, ist sehr angenehm. Wir bewegen uns endlich wieder in einem Umfeld mit Entwicklungsmöglichkeiten. Das Unternehmen hat Geld und Geduld. Man plant nicht kurzfristig, etwa in der Art, dass man uns stärkt, um uns dann mit Gewinn wieder zu veräußern. Chairman Baik ist ein Mann mit Konzepten, die langfristig angelegt sind, auch zum Wohle seiner Söhne, die er mit verantwortungsvollen Aufgaben betrauen will. Young An Hat ist mit 35 Prozent Marktanteil weltweit Marktführer im Bereich Hüte, also auch Baseballkappen, Merchandising-Artikel und Ähnliches. 100 Millionen werden davon jährlich produziert und verkauft. Diese Erfahrungen in der Produktion und im internationalen Geschäft befruchten jetzt auch unser Geschäft. Dazu kommt - das ist nicht so bekannt - die Tatsache, dass Young An nicht nur ein Hutmacher ist. So akquirierte man 2001 die Daewoo-Bussparte mit einem Ausstoß von 10000 Bussen Jahr für Jahr und wandte sich damit den industriellen Bereichen zu. Die Übernahmen der Mobiltelefonhersteller Alcomm und Dabotel sowie die von Clark im Jahr 2003 waren Schritte in dieselbe Richtung. Die gesamte Young-An-Gruppe erzielte im Jahr 2004 einen Umsatz von 1 Mrd. USD, für 2005 sind 1,5 Mrd. USD das Ziel.

dhf: Wo wird heute produziert?
Strehl: Die Diversifikation bezieht sich nicht nur auf die Produkte, sondern auch auf die Produktionsstätten. So belässt man es nicht allein bei der Flurförderzeugfabrik in Korea, sondern baut derzeit Fertigungsstandorte in China für 4000 Einheiten pro Jahr und in Mexiko für 1 500 Einhei
l ten pro Jahr auf. Dort werden jeweils alle Modelle gefertigt. Das ist wichtig, um flexibel zu bleiben. Denn sollten sich die Bedingungen in einem Land verändern, kann man die Schwerpunkte relativ leicht verschieben, um immer beste Qualität zu günstigen Konditionen zu erhalten, ohne Einschränkungen bei der Modellpalette hinnehmen zu müssen. Auch für uns ist das von Vorteil, denn wir können auf die-se Weise preislich sehr interessant anbieten.

dhf: Macht es aber unter die-sen Vorzeichen Sinn, dass Clark laut Ihrer Presseinformation mittel- bis langfristig anstrebt, mit einem Produktionsstandort in Europa vertreten zu sein?
Strehl: Das macht insofern Sinn, als wir mittelfristig, also in 3 bis 4 Jahren, zumindest eine Montagelinie aufbauen wollen, vorausgesetzt, die Stückzahlen haben sich wieder entsprechend entwickelt - etwa 3000 Einheiten pro Jahr in Europa bei den Gegengewichtsstaplern. Wir sind schon seinerzeit in Mülheim mit der Modellreihe Gen 2 an solche Planungen herangegangen, weil man hier durch geschicktes Kombinieren von koreanischen Teilen mit europäischen Zulieferungen durchaus wirtschaftlich fertigen und schnell ausliefern kann. Außerdem können wir hier mit neu integriertem Engineering-Knowhow ohne Umwege die erforderlichen europäischen Anforderungen bei den Geräten umsetzen.
Übrigens: Auch das US-amerikanische Staplerwerk in Lexington wird wieder als Produktionsstandort mit Montagelinie aktiviert werden, zum Beispiel für die zahlreichen
Regierungsaufträge.

dhf: Herr Strehl, Sie sind der Geschäftsführer der neuen Gesellschaft. Bitte sagen Sie unseren Lesern etwas zu Ihren Erfahrungen auf dem Flurförderzeugsektor.

Strehl: Der „Strehl” ist ein Fossil im Staplergeschäft!

Doch im Ernst: Ich habe eine lange Clark-Vergangenheit, denn ich bin im August 1984 in das Unternehmen eingetreten. Dort habe ich verschiedene Stationen durchlaufen, habe 1997 schließlich die Funktion des Parts-Marketing-Managers Europa übernommen. Ab dem Jahr 2000 war ich gesamtverantwortlich für das Ersatzteilgeschäft und die technische Dokumentation in Europa tätig.
Nach der Clark-Insolvenz im März 2003 folgten zwei erfolgreiche Stationen innerhalb der Staplerbranche - zuletzt bei der Toyota Gabelstapler GmbH hier in Duisburg, bis die Anfrage von Chairman Baik aus Süd-Korea kam, hier eine Europa-Organisation aufzubauen. So entschloss ich mich relativ kurzfristig, wieder „an Bord” zu kommen, weil mich die Konzepte von Chairman Baik, von denen ich schon sprach, überzeugten. Und vergessen Sie nicht: Ich habe immer noch „grünes Blut” in den Adern.

dhf: Die von Ihnen geschilderten Aufgaben erfordern im Hinblick auf die jüngste Clark-Vergangenheit äußerste Anstrengungen und viel Optimismus. Was macht Sie so optimistisch?

Strehl: Ich sprach zuvor von den langfristigen Konzepten. Sie beinhalten ein Paket an machbaren Lösungen für die Aufgabe: Wie kommen wir als Erfinder des Gabelstaplers wieder zu dem Riesen-Markt, den wir mal hatten. Unser Name ist gewissermaßen das Programm: Wir haben gute zuverlässige Produkte, wir haben eine große Gerätepopulation, wir haben wettbewerbsfähige Preise. Überdies sind wir jetzt sehr flach organisiert. Die Händler arbeiten direkt mit uns als Herstellerorganisation zusammen. Das heißt, es gibt keinen Importeur dazwischen, der den Händlern die Margen verkleinert und Produkte und Ersatzteile verteuert. Kurzum, das, was wir zu bieten haben, ist einfach gut. Und das macht mich optimistisch.

dhf: Wie sieht das aktuelle Produktprogramm aus? Mit welchen Geräten fühlen Sie sich am hart umkämpften Staplermarkt besonders stark?

Strehl: Wir haben sowohl im Verbrenner- als auch im Elektrobereich jeweils zwei parallele Baureihen anzubieten. Bei den Diesel- und Gas-Staplern mit Tragkräften von 1,5 bis 7,5 Tonnen ist das die so genannte CMP-Baureihe, die ehemaligen Samsung-Geräte: grundsolide Standardfahrzeuge aus der koreanischen Fabrik mit einem hervorragenden Preis- Leistungsverhältnis. Daneben haben wir die Premium-Baureihe mit den bereits angesprochenen Geräten der Gen-2-Serie, jetzt von 1,5 bis 3,5 Tonnen. Jetzt im Mai findet die Einführung der weiterentwickelten Gen-2-Stapler im Bereich 1,5 bis 2,0 Tonien statt.
Auf der Elektroseite decken wir den Bereich von 1,2 bis 3,0 Tonnen ab mit Geräten, die in Korea produziert werten. Diese wurden seinerzeit von der amerikanischen Fabik nach Korea „verpflanzt”. Sie haben ein eher amerikanisches Design mit der Folge, dass wir etwas für den europäischen Markt tun mussten. Mit der japanischen Firma Tecna haben wir im letzten Jahr einen Partner gefunden, der uns moderne, technisch anspruchsvolle Stapler mit AC-Technik, Lamellenbremsen und Joystick als Standardausstattung lie-fert. Tecna ist einer der größten Vermieter in Spanien, der auch Stapler selbst entwickelt und baut. Vorgestellt werden diese Geräte ebenfalls im Mai.

dhf: Eine Clark-Spezialität waren von jeher die Stapler mit Cushion-Bereifung. Gibt es die weiter?
Strehl: Ja, die extrem kompakten „Cushion'-Stapler mit Bandagenbereifung von 1,6 bis 7,0 Tonnen Traglast, die auch unter äußerst beengten Verhältnissen und in sehr schmalen Lagergassen arbeiten können, gehören zu den Besonderheiten unseres Programms. Diese Geräte sind zwar typisch für Amerika, finden aber zu-nehmend auch in Europa Anklang, weil man zum Beispiel mit kleineren Staplern größere Tragkräfte erreicht.
Zu diesem wirklich umfassenden „Paket” bieten wir als Bonbon noch eine Garantie von zwei Jahren oder 4000 Betriebsstunden - quasi als weitere vertrauensbildende Maßnahme.

dhf: Werden Sie mit Clark an der CeMAT 2005 im Oktober vertreten sein, eventuell mit neuen Geräten?
Strehl: Klares nein. Diese Messe kommt für uns zu früh. Wenn man sich vernünftig präsentieren und auch das Nachmessegeschäft angemessen betreiben will, dann erfordert das Kapazitäten in mehrerlei Hinsicht. Die haben wir momentan noch nicht. Aber wir werden für Meetings mit Kunden und Händlern vor Ort sein. Zukünftig allerdings wird die CeMAT wieder ein Thema sein.

dhf: Herr Strehl, vielen Dank für Ihre Gastfreundschaft. (Dd) Bildnachweis: dhf

Clark Europe GmbH, Duisburg
Tel.: 02065/9617-0 www.clarkmheu.com
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