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Jungheinrich geschäftsbericht 2009Unternehmensnachrichten
In die Gewinnzone zurückgekehrt (19.04.2010)
Jungheinrich Aktiengesellschaft - Das Unternehmen hat ein schwieriges Jahr 2009 hinter sich gelassen. Es war geprägt von der globalen Wirtschaftskrise, die auch die Flurförderzeugindustrie hart traf. Die Jungheinrich AG sah sich allein in ihren Kernmärkten in Europa einem Rückgang des Marktvolumens um rund 46 Prozent ausgesetzt. Dennoch gelang es, die eigene Marktposition auszubauen. Durch umfassende Maßnahmen zur Krisenbewältigung und Ertragsverbesserung wurde die operative Gewinnschwelle bereits im Herbst 2009 wieder erreicht. Dennoch schloss das Unternehmen unter Einbeziehung hoher Einmalaufwendungen das Gesamtjahr mit einem deutlich negativen Ergebnis ab. Für das Jahr 2010 rechnet Jungheinrich mit einer leichten konjunkturellen Erholung und in der Folge mit einem gegenüber 2009 günstigeren Geschäftsverlauf.


Im Berichtsjahr 2009 sank der Konzernumsatz mit 1.677 Millionen Euro um rund 22 Prozent unter den Vorjahreswert (2.145 Millionen Euro). Das Inlandsgeschäft verminderte sich im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent, während die Auslandsumsätze um 24 Prozent sanken. Dadurch verringerte sich die Auslandsquote um zwei Prozentpunkte auf 72 Prozent. Alle Geschäftsfelder waren vom Umsatzrückgang betroffen, am stärksten das Neugeschäft mit minus 34 Prozent. Das Miet- und Gebrauchtgerätegeschäft folgte mit lediglich minus 8 Prozent. Das After-Sales-Geschäft zeigte mit minus 4 Prozent eine relativ stabile Entwicklung. Der Auftragseingang verringerte sich um 23 Prozent auf 1.654 Millionen Euro (Vorjahr: 2.145 Millionen Euro). Der Auftragsbestandswert des Neugeschäftes sank zum 31. Dezember 2009 um 14 Prozent auf 208 Millionen Euro (Vorjahr: 242 Millionen Euro).

„Jungheinrich hat durch schnelle und konsequente Umsetzung umfassender Anpassungs- und Restrukturierungsmaßnahmen den operativen Turnaround nach bereits acht Monaten geschafft. Dennoch ergab sich als Folge hoher Einmalaufwendungen insgesamt ein erheblicher Verlust, dem wir durch eine Kürzung der Dividende Rechnung tragen“, erklärte Hans-Georg Frey, Vorsitzender des Vorstandes, anlässlich der Bilanzpressekonferenz am 14. April 2010 in Hamburg. Für das Gesamtjahr 2009 konnte operativ ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 8 Millionen Euro erwirtschaftet werden. Unter Einbeziehung der Einmalaufwendungen in Höhe von 80 Millionen Euro sank das EBIT auf minus 72 Millionen Euro (Vorjahr: plus 122 Millionen Euro). Die entsprechende EBIT-Umsatzrendite fiel auf minus 4,3 Prozent (Vorjahr: plus 5,7 Prozent). Die EBIT-Kapitalrendite (ROCE) sank auf minus 16,8 Prozent (Vorjahr: plus 18,8 Prozent). Das Ergebnis nach Steuern fiel auf minus 55 Millionen Euro (Vorjahr: plus 77 Millionen Euro). Das rechnerische Ergebnis je Aktie sank auf minus 1,62 Euro (Vorjahr: plus 2,26 Euro).

Jungheinrich investierte trotz der schwierigen Situation auch 2009 zukunftsgerichtet. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung erreichten mit 39 Millionen Euro das Niveau des Vorjahres. Dazu Hans-Georg Frey: „Wir haben trotz der Wirtschaftskrise unsere Produktpalette beständig erweitert, unsere Kunden mit maßgeschneiderten Premium-Lösungen versorgt und Zukunftstechnologien vorangetrieben. Darüber hinaus haben wir strategische Investitionen getätigt, wie in den Ausbau unseres Geschäftsfeldes Logistiksysteme und in den Ausbau unseres Asiengeschäftes.“

Vorstand und Aufsichtsrat der Jungheinrich AG werden der Hauptversammlung am 15. Juni 2010 vorschlagen, für das Jahr 2009 eine Dividende von 0,12 Euro (Vorjahr: 0,55 Euro) je Vorzugsaktie und keine Dividende (Vorjahr: 0,49 Euro) je Stammaktie auszuschütten.

Der Jungheinrich-Konzern hat seine Stammbelegschaft im Geschäftsjahr 2009 als Folge des massiven Nachfrageeinbruchs bei Flurförderzeugen abbauen müssen: Zum 31. Dezember 2009 waren konzernweit 10.266 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 10.784), davon 5.473 im Ausland (Vorjahr: 5.834) und 4.793 im Inland (Vorjahr: 4.950).

Aktuelle Geschäftslage und Ausblick 2010

Die im zweiten Halbjahr 2009 zu verzeichnende leichte Markterholung bei Flurförderzeugen setzte sich in den ersten beiden Monaten dieses Jahres fort. Die weltweite Nachfrage stieg in den Monaten Januar und Februar 2010 insgesamt um 31 Prozent gegenüber dem niedrigen Vergleichsvolumen des Vorjahres. Die Jungheinrich-Kernmärkte in Europa verzeichneten in diesem Zeitraum allerdings nur ein verhaltenes Wachstum von 3 Prozent.

Von dieser Entwicklung profitierte auch das Neugeschäft von Jungheinrich. Der Auftragseingangswert, der alle Geschäftsfelder umfasst, erhöhte sich in den ersten zwei Monaten 2010 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4 Prozent auf 265 Millionen Euro (Vorjahr: 254 Millionen Euro). Der Auftragsbestand des Neugeschäftes stieg im selben Zeitraum um 11 Prozent auf 230 Millionen Euro. Der Umsatz lag Ende Februar 2010 kumuliert bei 230 Millionen Euro und damit 8 Prozent unter dem Vorjahreswert von 249 Millionen Euro. Dieser Rückgang erklärt sich aus dem höheren Produktionsvolumen Anfang 2009, das noch von dem hohen Auftragsbestand Ende 2008 profitierte.

„Neben der weiteren Konsolidierung des Konzerns richten wir uns in diesem Jahr auf beginnendes Wachstum mit einer Nachfragesteigerung im Neugeschäft ein. Hierfür gibt es erste Anzeichen aus dem Markt, die uns zuversichtlich stimmen“, erläuterte Hans-Georg Frey. Für das Jahr 2010 rechnet Jungheinrich insgesamt mit einem gegenüber 2009 günstigeren Geschäftsverlauf. Dabei geht das Unternehmen in seiner konservativen Einschätzung von einer leichten Steigerung des Auftragseinganges auf rund 1,7 Milliarden Euro und des Konzernumsatzes auf über 1,7 Milliarden Euro aus. Hierauf aufbauend und unter Berücksichtigung der Konsolidierungsmaßnahmen wird der Jungheinrich-Konzern 2010 wieder in die Gewinnzone zurückkehren und voraussichtlich ein positives operatives Ergebnis im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich erwirtschaften.
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