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Neue Linde SchleppzügeUnternehmensnachrichten
Flexible Schleppzuglösungen (20.06.2014)
Linde Logistic Train (hinten) und der Linde Factory Train (vorn).
Linde Logistic Train (hinten) und der Linde Factory Train (vorn).
Linde Material Handling GmbH - Auf der Kundenveranstaltung „World of Material Handling“ in Mainz stellte Linde Material Handling (MH) zwei neue Logistikzug-Lösungen vor. Sowohl der Linde Logistic Train als auch der Linde Factory Train sind für den modernen, getakteten Materialfluss in Produktionsbetrieben entwickelt und verfügen nach Herstellerangaben über ein Höchstmaß an Flexibilität und Komfort.

Vorreiter der synchronisierten Produktionsversorgung ist die Automobilindustrie. Doch immer öfter kommen die platzsparenden Linde-Logistikzüge, bestehend aus einem Kompaktschlepper mit drei, fünf oder sechs Tonnen Zugleis-tung und einem oder mehreren Lastanhängern bzw. Modulen, auch in anderen Industriebranchen zum Einsatz, wie es heißt.

Beide Schleppzuglösungen sind komplette Neuentwicklungen. Gemeinsam sind dem Logistic Train und dem Factory Train laut Hersteller deren hohe Spurtreue und Wendigkeit. Und im Unterschied zu den meisten Lösungen am Markt kommen beide ohne Mittelbockachse aus, wie weiter mitgeteilt wird, was die Fahrzeuge sehr flexibel hinsichtlich der aufzunehmenden Gebinde mache.

Für die am häufigsten zum Einsatz kommenden C-Rahmen stehen beim Linde Logistic Train unterschiedliche Abmessungen zur Wahl.
Für die am häufigsten zum Einsatz kommenden C-Rahmen stehen beim Linde Logistic Train unterschiedliche Abmessungen zur Wahl.
Haupteinsatzbereich des Linde Logistic Trains sind Hallen mit relativ ebenen Böden. Jedes einzelne Rad der modular aufgebauten Lastanhänger ist gefedert, um Fahrbahnunebenheiten auszugleichen, zudem absorbieren dicke Laufbeläge der Räder Stöße. Beides zusammen soll für ein stabiles, lastschonendes Fahrverhalten sorgen. Aufgrund des Raddurchmessers von 200 bzw. 250 Millimetern ist der Linde Logistic Train aber nur bedingt für den Outdoor-Betrieb geeignet. Mit der neuen Baureihe weiter gewachsen ist die Variantenvielfalt der Anhänger. Neben C-Rahmen und Bügel-Rahmen sowie einer Platt-form-Ausführung sind auch Kundeneinzellösungen sowohl für Anhänger (z.B. Bügelwagen-Anhänger ohne Hub) als auch Palettenrollgestelle (sog. Dollies) möglich. Für die am häufigsten zum Einsatz kommenden C-Rahmen stehen unterschiedliche Abmessungen zur Wahl, um mit einem oder auch zwei Gabelsätzen sowohl Europaletten, Halbpaletten, doppelte Europaletten als auch Industriepaletten aufnehmen zu können. Überdies erleichtern dem Bediener verschiebbare Gabeln die Aufnahme der Warenträger. Ein besonderer Vorteil ergibt sich aus der flachen Bauweise des Linde Logistic Trains, denn es lassen sich auch Teile transportieren, die über den Rahmen hinausragen. Die Lenkung erfolgt wahlweise mechanisch oder elektrisch über alle vier Räder oder mechanisch über zwei Räder, zudem können die Anhänger auch mit zwei Schwenk- und zwei Bockrollen ausgerüstet werden. Anhänger ohne Hubvorrichtung haben generell elektrisch überwachte Dolly–Verriegelungen.

Das bodenfreie Anheben der Dollies erledigen wartungsfreie Spindelhubantriebe, wobei die maximale Tragfähigkeit bei 2.000 Kilogramm liegt. Zum Lösen der Paletten-Rollgestelle senkt der Bediener diese entweder über einen Fußschalter direkt am Anhängerrahmen oder vorn an der Bedieneinheit des Schleppers. Gleichzeitig wird aus Sicherheitsgründen automatisch die Fahrfunktion verriegelt. Exakt auf Spur hält den Logistic Train eine spielfreie Anhängerkupplung. Für eine Kehrtwende reichen ihm vier Meter Wendekreis, so dass er auf 2,3 Meter breite Nebenfahrwege sicher abbiegt. Servicefreundlich machen das Fahrzeug die CAN-Bus Steuerung sowie die Verwendung von Qualitätsteilen aus der Serienfertigung.

Das zweite Schleppzug-System, der Linde Factory Train, ist ein modular aufgebauter Zug mit standardisierten Basis-Modulen. Der komplette Zug besteht aus einem Anfangsmodul, einem oder mehreren Hauptmodulen und einem Endmodul. Unterschiedliche Warenträger wie C-, E-, QS- oder Bügel-Rahmen werden bei diesem Konzept jeweils zwischen zwei standardisierten Modulen spielfrei verriegelt. Da sie sich jederzeit austauschen lassen, bleibt der Anwender denkbar flexibel hinsichtlich sich ändernder Anforderungen. Die elektrischen Funktionen der Module Lenken, Heben und Senken werden über eine CAN Bus Steuerung realisiert. Im Unterschied zum Linde Logistik Train ist der Factory Train auch für Materialtransporte auf unebenen Fahrwegen im betrieblichen Außenbereich zwischen Produktionshallen geeignet. Dafür sorgt eine entsprechende Bodenfreiheit der Module, die über SE-Reifen mit 250 bzw. 306 Millimeter Durchmesser verfügen. Nicht zuletzt deshalb wurde bei dieser Schleppzug-Lösung großes Augenmerk auf den optionalen Wetterschutz und dessen ergonomische Handhabung gelegt. Mit einer Hand und ohne sich zu bücken, öffnet der Bediener am Warenträger den selbsttätig hoch laufenden Vorhang der Wetterschutzkabine.

Das Ausheben der Warenträger übernimmt ein elektrischer, stufenlos einstell-barer Hubantrieb, der am Modul über einen Hubbedientaster kontrolliert wird. Dabei lassen sich alle Funktionen wahlweise auch über das Bedienpult am Schlepper ansteuern. Für Sicherheit im Einsatz sorgen die automatische Schlepperverriegelung bei abgesenktem Warenträger sowie die reduzierte Kurvengeschwindigkeit, welche anhält, bis sich die Achse des letzten Moduls wieder in Geradeausstellung befindet. Um die Fahrt in Kurven zu erleichtern und den benötigten Wenderadius so klein wie möglich zu halten, lässt sich der Lenkwinkel zwischen zwei Warenträgern auf 120°Grad erweitern. Eine Besonderheit neben der bedingten Möglichkeit zur Rückwärtsfahrt ist der optional verfügbare ‚Hundegang‘. Mit dieser Funktion lässt sich der gesamte Zug schräg seitlich verfahren.

Wie die beiden Linde-Trains im Einzelnen ausgestaltet sein sollten, entscheiden Kriterien wie Beschaffenheit, Breite und Gefälle des Fahrweges, die Art des Lagers (z.B. Kühlhaus, Reinraum oder Lebensmittel) sowie Abmessung, Gewicht, Schadensanfälligkeit und Art der Gebinde-Verpackung. Und nicht zuletzt spielen die Fahrtroute und die Organisation der übrigen innerbetrieblichen Logistik eine wichtige Rolle, welche Lösung am besten zu den Anforderungen passt.
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