Ist die Presse mit einem neuen Werkzeug zu bestücken, wird die Plattform des Gleiswagens in etwa drei Meter von der Presse entfernt von einem Flurförderzeug seitlich beladen. Da die Werkzeuge bei diesem Vorgang auf dem Gleiswagen verschoben werden, sorgen Stützböcke auf der gegenüberliegenden Seite für die nötige Standsicherheit: Sie übernehmen nicht nur Pufferfunktion, an ihnen wird das Fahrzeug auch verriegelt. Fertig beladen fährt der Gleiswagen mit einem Handbedienpult gesteuert in die Presse ein, bis er die Andockposition erreicht hat. Daraufhin senkt sich das Pressenoberteil ab und hebt die Werkzeugeinheit, die an das Pressenoberteil angehängt wurde, um rund 20 mm an. Der auf diese Weise frei gewordene Gleiswagen verlässt – ebenfalls manuell gesteuert – den Pressenbereich wieder. Innerhalb der Presse wird die Werkzeugeinheit abgesenkt und festgespannt. Nach dem Lösen der Verbindung zwischen Werkzeugober- und -unterteil und dem Aufheizen beider Teile ist die Presse wieder einsatzbereit. Wird ein Werkzeugwechsel notwendig, erfolgt das Entfernen der bis dahin genutzten Werkzeugeinheit in umgekehrter Reihenfolge ab, und der Wechselzyklus kann erneut beginnen.
Der BAKA-Gleiswagen bei Menzolit-Fibron weist neben der überaus kompakten Bauweise, die aus den beengten Platzverhältnissen in der Presse re-sultiert, noch weitere Besonderheiten auf. So ist das Fahrzeug mit seinen vier Achsen, von denen zwei über AC-Antriebe mit jeweils 1 kW Leistung und Kegelstirnradgetriebe angetrieben sind, mit acht Vulkollan-Rädern bestückt, wobei die Räder auf einer Seite zusätzlich mit Spurkränzen aus Stahl versehen sind. Damit wird eine exakte Gleisführung erreicht. Die Konstrukteure von BAKA haben Vulkollan-Räder gewählt, weil das Fahrzeug auf dem Hallenboden fährt. Insofern handelt es sich genau genommen um einen „halben“ Gleiswagen, der aber bezogen auf seine Leistung ein „ganzer Kerl“ ist.