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Sicherer Umgang mit Gasen und krebser-zeugenden StoffenArchiv
Sicherer Umgang mit Gasen und krebser-zeugenden Stoffen

Die multimediale Lernsoftware „Gefahrstoff-Check” mit den bislang vorliegenden Modulen „Grundschulung”, „Lösungsmittel” sowie „Säuren und Laugen” wurde bereits im „Unfall-stop”, Heft 6/2003 vorgestellt. Das Selbstlernprogramm ist modular auf-gebaut und liegt auf zwei CD-ROMs vor. Um dem allgemeinen Interesse an weiteren Sachgebieten nachzukommen, wird der „Gefahrstoff-Check” nun um die zwei Module „Gase” und „Krebserzeugende Gefahrstoffe” erweitert.
Mit dem „Gefahrstoff-Check” können sich Arbeitnehmer selbstständig am Computer schulen. Außerdem bringt der „Gefahrstoff-Check” durch den Einsatz von Ton, Bild und Film Abwechslung in den Schulungsalltag. Regelmäßige Unterweisungen im Umgang mit Gefahrstoffen werden durch anschauliche und lebendige Medien unterstützt.

Modul „Gase”
Das Modul „Gase” behandelt den sicheren Umgang mit Flüssiggas, Schweißgasen und technischen Gasen sowie grundlegende Fragen wie „Was ist ein Gas?” oder „Wie verhalten sich Gase bei Temperaturerhöhung?”. Auf versteckte Gefahren, auf das richtige Verhalten im Gefahrenfall, den sicheren Transport von Gasbehältern sowie weitere relevante Themen wird eingegangen.
Wie in den drei bisher veröffentlichten Modulen werden im Modul „Gase” grundlegende Informationen und Erläuterungen zu den Eigenschaften der jeweiligen Gefahrstoffe gegeben. Dadurch wird beim NutzerVerständnisfür die Notwendigkeit von Vorschriften und Sicherheitsregeln geweckt, die zuvor vielleicht als übertrieben oder unnötig empfunden wurden. Die besonderen Eigenschaften von Gasen und die damit verbundenen Gefährdungen werden besser erkannt und verstanden.

Modul „Krebserzeugende Stoffe”
Das Modul „Krebserzeugende Stoffe”, das sich derzeit noch in der Entwicklung befindet, behandelt die besonderen Gesundheitsgefährdungen, die sich beim Umgang mit solchen Stoffen ergeben. So steht bei krebserzeugenden Stoffen nicht so sehr die einmalige Exposition, also der „Unfall”, im Vordergrund. Vielmehr liegt die Gefahr eher in einer Einwirkung über einen längeren Zeitraum hinweg.
Deswegen soll dieses Modul die Grundlagen vermitteln, um die Gefahren, die sich durch den Umgang mit krebs-erzeugenden Stoffen ergeben können, richtig einzuschätzen.
Das Modul gibt unter anderem Antworten auf folgende Fragen: Was sind krebserzeugende Stoffe, wie groß ist die Gefahr, woran kann man krebserzeugende Stoffe erkennen, wie werden diese Stoffe gekennzeichnet?
Außerdem werden die Besonderheiten einiger krebserzeugender Stoffe, die in der Arbeitswelt häufiger vorkommen, ausführlich thematisiert, zum Beispiel von Dieselmotoremissionen oder bestimmten Schweißrauchen.

Die beiden Module „Gase” und „Krebserzeugende Stoffe” schließen mit einem Test: Die Ergebnisse können ausgedruckt und nicht verstandene In-halte oder falsch beantwortete Fragen mit dem Vorgesetzten besprochen wer-den. Eine typische Frage sieht etwa so aus:
„Warum müssen Armaturen von Sauerstoffgeräten unbedingt sauber und fett-frei sein?”

a) Weil es bei fettverschmierten Armaturen zu Selbstentzündung kommen kann.
b) Weil die Armaturen sehr leicht undicht werden.
c) Weil Fett in Verbindung mit Sauerstoff ätzend auf die Haut wirken kann.

Wer die Schulung mit den neuen Modulen durchlaufen hat, findet nicht nur auf diese Frage die richtige Antwort.
Die Module werden ab Juli 2005 lieferbar sein. Die bisherigen Module sind bereits seit Dezember 2003 erhältlich. Für Mitgliedsunternehmen der Großhandels-und Lagerei-Berufsgenossenschaft ist der Bezug kostenlos. Weitere Informationen zum „Gefahrstoff-Check” und den Bezugsmöglichkeiten finden sich im Internet unter gefahrstoff-check.de und grolabg .de.

Ein Gespräch
mit Hans-Peter Fröhlich, Referent für Gefahrstoffe bei der GroLa BG
Ist der „Gefahrstoff-Check” einfach zu bedienen?
Fröhlich: Ja! Das war eine unserer Grundideen. Der „Gefahrstoff-Check” kann ohne lange Einweisung benutzt werden. Auch während der Bearbeitung der Module ist keine oder nur selten Hilfe erforderlich. Die Anforderungen an die Hardware, also an den Computer auf dem der „Gefahrstoff-Check” eingesetzt wird, sind nicht sehr hoch.

An wen richtet sich das Selbstlernprogramm?
Fröhlich: Der „Gefahrstoff-Check” spricht alle Mitarbeiter im Betrieb an, die regelmäßig oder auch nur gelegentlich Um-gang mit Gefahrstoffen haben. Der „Gefahrstoff-Check” wird in den unter-schiedlichsten Betrieben eingesetzt, zum Beispiel in Speditionen,Chemikalienhandelsbetrieben, im Pharma- und Kosmetikhandel, in Hafenumschlagsbetrieben und bei Baustoffhändlern, sogar im Lebensmittelhandel. Eben überall dort, wo Gefahrstoffe auftreten können.

Wie kommt das Angebot in der Praxis an?
Fröhlich: Das hat uns auch interessiert. Wir haben deswegen eine stichprobenartige Umfrage bei Unternehmen durch-geführt, die den „Gefahrstoff-Check” einsetzen. Die Ergebnisse haben uns sehr gefreut, denn offensichtlich kommt der „Gefahrstoff-Check” bei den Nutzern sehr gut an. Dies liegt unter anderem daran, dass die Inhalte durch den Einsatz verschiedener Medien wie Bild, Video, Sprache und Schrift gut veranschaulicht werden. Außerdem werden nicht nur all-gemeine Sachverhalte behandelt. Auch spezielle Probleme im Umgang mit Gefahrstoffen kommen zur Sprache.

Wird mit dem „Gefahrstoff-Check” Neuland betreten?
Fröhlich: Uns ist keine direkt vergleichbare Schulungssoftware mit einer solchen Praxisnähe bekannt. Mit dem „Gefahrstoff-Check” betritt die Großhandels- und Lagerei-Berufsgenossenschaft also durchaus Neuland. Der „Gefahrstoff-Check” wendet sich nicht nur an den Einsteiger, sondern auch an den erfahrenen Mitarbeiter, der im Betrieb sicher mit Gefahrstoffen umgehen muss. Multimediasoftware scheint nach unseren Erfahrungen tatsächlich ein geeignetes Instrument zu sein, um alle Mitarbeiter im Betrieb anzusprechen. Auch die alten Hasen.

Was ist, wenn die Software doch einmal Probleme macht?
Fröhlich: Der,,Gefahrstoff-Check' hat eine eigene Internetseite.
Unter gefahrstoff-check.de finden sich nicht nur ausführliche und aktuelle Informationen rund um den „Gefahrstoff-Check”. Es wird auch Hilfestellung gegeben, falls doch einmal Probleme auftauchen sollten.

Quelle: Unfall-Stop 03/2005
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