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J. Führ
Zukunftsmodell: Autonomer Schubmaststapler navigiert selbstständigArchiv
Zukunftsmodell: Autonomer Schubmaststapler navigiert selbstständig
Der FM-X, ein autonomer Schubmaststapler der nächsten Generation.
Der FM-X, ein autonomer Schubmaststapler der nächsten Generation.
Im Bereich der flexiblen Automatisierung von Lagerprozessen hat STILL den Prototyp eines autonomen Schubmaststaplers vom Typ FM-X vorgestellt. Die neue Gerätegeneration sei in der Lage, selbstständig durch ein Warenlager zu navigieren und dabei flexibel auf Umgebungsveränderungen zu reagieren.

Der Prototyp ist das Forschungs-Zwischenergebnis eines vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten Projekts aus dem Technologieprogramm „Autonomik: Autonome und simulationsbasierte Systeme für den Mittelstand“. Die Projektpartner STILL, CLAAS, Atos und DFKI erforschen und entwickeln im Rahmen des Projekts „marion“ (mobile, autonome, kooperative Roboter in komplexen Wertschöpfungsketten) ein dynamisches Planungssystem für eine neue Generation autonomer Fahrzeuge in den Bereichen innerbetriebliche Logistik und Landwirtschaft.

Die isolierte Steigerung der Leistungsfähigkeit von Einzelmaschinen bietet nur noch begrenztes Potenzial für weitere Produktivitätserhöhungen. Mithilfe des Planungssystems sollen deshalb autonome mobile Maschinen in die Lage versetzt werden, ein gemeinsames Produktionsoptimum zu erreichen und auf Veränderungen in der Umgebung unter Beachtung einer Vielzahl von Randbedingungen eigenständig und flexibel zu reagieren.

Bisherige Automatisierungslösungen innerbetrieblicher Warenströme – wie fahrerlose Transportsysteme (FTS) – benötigen exakt definierte Prozesse und tolerieren keinerlei Umweltveränderungen, wie es heißt. Ziel von „marion“ sei es, das zu ändern.
Produktentwickler Tino Krüger von STILL erläutert auf der Hannover-Messe Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler die Vorzüge des autonomen Prototyps.
Produktentwickler Tino Krüger von STILL erläutert auf der Hannover-Messe Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler die Vorzüge des autonomen Prototyps.
Der Ansatz funktioniert wie folgt: Ein übergeordnetes System weist den einzelnen Fahrzeugen verschiedene Aufgaben zu. Diese Aufgaben werden anschließend autonom von den jeweiligen Fahrzeugen erledigt. Der Clou: Ein exaktes Vordefinieren eines jeden Prozessschrittes für sämtliche automatisierte Flurförderzeuge sei nicht länger notwendig. Die autonomen Maschinen wären in der Lage, miteinander zu kommunizieren, selbstständig die optimalen Fahrwege zu bestimmen und dabei flexibel auf Umweltveränderungen zu reagieren. Mehr noch: Sie wären durch die direkte Kommunikation fähig, bei der Bewältigung einer Aufgabe als Team zu agieren.

Das Forschungsprojekt könnte somit ein Schlüssel sein, um völlig neue Arbeitsabläufe des innerbetrieblichen Warentransports zu automatisieren. Bisherige Automatisierungslösungen sind für viele Aufgaben oftmals nicht flexibel genug. Im innerbetrieblichen Transportwesen müssen zukünftige autonome Transportfahrzeuge variierende Zielorte in einer stark frequentierten Umgebung passgenau anfahren können. Ein Beispiel für eine besondere Herausforderung ist die autonome Be- und Entladung von Schleppzügen, da die anzufahrenden Überladepunkte vor dem Trailer immer unterschiedlich sind. Durch eine dynamische, flexible und autonome Fahrwegplanung könnte dieses Problem nun gelöst werden, denn das automatisierte Fahrzeug wäre in der Lage, kostenoptimale Fahrwege zu beliebigen Zielorten selbstständig berechnen. Die Umgebung wird dabei während des gesamten Arbeitsprozesses sensorisch erfasst, Veränderungen wie Hindernisse oder Personen im Arbeitsbereich werden erkannt, und bei der Routenplanung berücksichtigt, wie es heißt.

Der auf der Hannover-Messe 2012 zusammen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) präsentierte Prototyp soll beweisen, dass ein derart automatisierter Warenfluss keine Zukunftsmusik, sondern heute schon technisch möglich ist. Das „marion“-Projekt und der FM-X-Prototyp von STILL wollen die Zukunft automatisierter Arbeitsabläufe im innerbetrieblichen Warentransport zeigen: Flurförderzeuge, die ihre Routen dynamisch aufeinander abstimmen, Veränderungen in der Umwelt eigenständig wahrnehmen, den Arbeitsprozess flexibel anpassen und fähig sind, als Team zu agieren.

www.still.de
Bilder: Still
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