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Fronius Perfect Charging im Interview mit Patrick Gojer und Andreas PrielingerUnternehmensnachrichten
„Unabhängigkeit ist unsere große Stärke“ (22.05.2020)
FRONIUS Deutschland GmbH Perfect Charging - Digitalisierung und Vernetzung, immer strengere CO2-Auflagen, alternative Antriebstechnologien und erneuerbare Energien: An Themen, die die Intralogistik aktuell beeinflussen, herrscht wahrlich kein Mangel. Für Betreiber elektrischer Flurförderzeuge (FFZ) spielt die Batterieladetechnik bei vielen dieser Herausforderungen eine zentrale Rolle. Patrick Gojer und Andreas Prielinger, Leiter der Business Unit Perfect Charging bei Fronius International, werfen im Interview einen Blick auf die derzeitige Entwicklung der Intralogistik und in die Zukunft der Batterieladelösungen.
Andreas Prielinger (li.) und Patrick Gojer, Leiter der Business Unit Perfect Charging bei Fronius International.

Andreas Prielinger (li.) und Patrick Gojer, Leiter der Business Unit Perfect Charging bei Fronius International.
Herr Gojer, Herr Prielinger, Digitalisierung und Vernetzung spielen auch in der Intralogistik eine immer wichtigere Rolle. Welchen Beitrag können Batterieladelösungen hier leisten?

Prielinger: Digitale und vernetzte Technologien bergen für die gesamte Intralogistik ein enormes Optimierungspotenzial. Die Branche steht hier erst am Anfang einer Entwicklung, die den innerbetrieblichen Materialfluss grundlegend verändern wird. Fahrerlose Transportsysteme etwa rücken immer öfter an die Stelle von Hubwagen oder Gabelstaplern. Dies hat große Auswirkungen auf die Infrastruktur – auch was die Batterieladetechnik angeht. Das Szenario, dass ein Staplerfahrer mit dem FFZ eine Ladestation anfährt und dort die Batterie an ein Ladegerät anschließt, gehört vielerorts vielleicht schon bald der Vergangenheit an.

Gojer: Die Batterieladetechnik profitiert selbst auch von neuen digitalen Technologien wie IoT, Big Data und Digitalisierung – denn durch diese bietet sich eine Vielzahl neuer Möglichkeiten: Ladedaten und Gerätezustände können transparent gemacht, standortübergreifend eingesehen und gesteuert werden. Zudem lassen sich Optimierungen einfacher überblicken und durchführen. Mit der Fronius-Vernetzungslösung Charge & Connect kann der Energieverbrauch jedes Ladevorgangs als auch der Zustand der Ladegeräte zentral aufgezeigt werden. Mittels Alert-Funktion meldet sich das Ladegerät im Fall einer Ladefehlfunktion eigenständig beim FFZ-Verantwortlichen. So lassen sich Einsatz und Verfügbarkeit effizient managen und Lastspitzen sowie der CO2-Ausstoß aktiv reduzieren. Unsere Kunden können damit Risiken minimieren, gleichzeitig die Kosten im Auge behalten und die Leistungsfähigkeit ihrer Intralogistik steigern.

Neue Ladetechnologien bringen neue Herausforderungen mit sich. Ladestationen ins Freie zu verlegen ist eines dieser Themen. Warum sollte ein Unternehmen das tun?

Gojer: Dafür gibt es verschiedene Gründe: Zum Beispiel vorübergehende Auslastungsengpässe, etwa in Unternehmen, die sehr stark vom Saisongeschäft abhängig sind. Steigender Platzbedarf in der Lagerhalle kann es erforderlich machen, die Ladeinfrastruktur ins Freie zu verlegen. Auch gibt es Anwendungen, in denen aus versicherungstechnischen Gründen das Laden der Antriebsbatterien in geschlossenen Räumen untersagt oder der Betrieb von Blei-Säure- und Lithium-Ionen-Batterien mit strengen Auflagen verbunden ist. Wir haben dafür mit dem Fronius Energy Hub eine praktikable und flexible Lösung entwickelt. Es handelt sich dabei um eine mobile Outdoor-Ladestation in einem Container, der schlüsselfertig geliefert wird und sich mühelos an jedem beliebigen Ort aufstellen lässt. Die Ausstattung passen wir individuell den jeweiligen Anforderungen an – damit bekommt der Kunde genau die Infrastruktur, die er benötigt und die ihn weiterbringt.

Welche Möglichkeiten haben Logistik-Verantwortliche, um mit Ihrer vorhandenen Ladetechnik an neuen Entwicklungen und Technologien teilhaben zu können?

Prielinger: Wir setzen in der Produktentwicklung schon seit langem auf Upgrade-Fähigkeit, um auch unsere Bestandskunden so weit wie möglich an unseren technologischen Fortschritten teilhaben zu lassen. Nehmen wir zum Beispiel das Thema digitale Vernetzung: Für unsere neuen Selectiva 4.0-Ladegeräte, die wir in diesem Jahr auf den Markt bringen, ein selbstverständliches Feature. Doch auch Nutzer älterer Modelle unserer Selectiva-Familie können diese per Upgrade ganz einfach für die digitale Welt nachrüsten. Sie müssen also die Geräte nicht austauschen, um von den Vorteilen neuer Technologien zu profitieren. Auch optimierte und neue Ladekennlinien oder Zusatzfunktionen können per Software problemlos nachträglich aufgespielt werden. Das macht Fronius-Ladetechnik zu einer zukunftssicheren Investition, die schon heute bereit für den Stand der Technik von morgen ist – denn uns ist es wichtig, dass unsere Kunden sich lange auf unsere Produkte verlassen können.

Neben der Energieeffizienz sind Nachhaltigkeit und CO2-Emissionen besonders wichtige Themen für Logistik-Verantwortliche. Welche Maßnahmen können diese ergreifen, um ihre Intralogistik dahingehend zu optimieren?

Gojer: Der Schlüssel liegt darin, das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren. Welche Ziele setzt sich ein Unternehmen? Wo möchte es Einsparungen erzielen? Je genauer sich ein Unternehmen mit dieser Fragestellung auseinandersetzt, desto spezifischer können wir es dabei unterstützen, diese Ziele für den Ladebereich umzusetzen. Dabei analysieren wir gemeinsam die jeweilige Anwendung bis ins Detail und zeigen Optimierungspotenziale und mögliche Einsparungen auf. Diese können von Benutzer zu Benutzer unterschiedlich sein. Ein alternatives Antriebskonzept, modernere Ladetechnik, aber auch schon kleine Änderungen in den täglichen Abläufen können da vieles bewirken.

Generell lohnt es sich, das Gesamtsystem aus Stapler, Batterie und Ladegerät zu betrachten. Nur mit Expertise in der Ladetechnik lassen sich unnötige Stromfresser identifizieren und Prozesse optimieren. Je mehr Informationen wir über die Anforderungen, die Dimensionen und den Betrieb einer Flurförderzeug-Flotte haben, desto besser können wir unsere Kunden bei der Planung und Auslegung unterstützen. Die neue Fronius-Vernetzungslösung Charge & Connect unterstützt uns hinsichtlich Datentransparenz enorm – doch auch für die Zukunft haben wir zahlreiche digitale Lösungen in der Pipeline, die sicherlich für Furore sorgen werden. Mehr möchte ich jedoch noch nicht verraten.

Green Logistics und CO2-Neutralität sind Begriffe, die in der Branche immer wieder erwähnt werden. Lösungsansätze dazu sind noch rar. Was kann Fronius hier beitragen?

Gojer: Bei Fronius ist Nachhaltigkeit nicht nur ein Schlagwort. Seit Jahren entwickeln wir Lösungen, die nachhaltig durchdacht sind und heute Mehrwert für unsere Kunden bieten, aber im Ansatz bereits auch Antworten und Anwendungen für die Herausforderungen von morgen und übermorgen beinhalten. Unser Ziel ist es, intelligente und nachhaltige Ladelösungen auf den Markt zu bringen. Unsere Kompetenzen in der Solarenergie helfen uns dabei, nachhaltiges Laden in Kombination mit erneuerbaren Energieformen in den Mittelpunkt zu stellen. Bei vielen unserer Kunden verursachen elektrische FFZ bis zu einem Drittel des gesamten Energieverbrauchs. Mit einem hohen Wirkungsgrad in der Ladetechnik und dem Einsatz von erneuerbaren Energien wie Photovoltaik können wir unseren Kunden eine kosteneffiziente, gesamtheitliche Lösung bieten.

Unsere Vision ist es, die Intralogistik noch nachhaltiger zu machen. CO2-neutrales Laden muss keine Vision bleiben. Mit uns können die Kunden Schritt für Schritt in Richtung CO2-neutrale Ladeinfrastruktur gehen und ihren CO2-Ausstoß drastisch reduzieren. Unsere Digitalisierungslösung unterstützt uns hierbei, neue Transparenz zu erlangen, die wiederum hilft, Optimierungen vorzunehmen und CO2 zu reduzieren. Ein Kreislauf, der Schritt für Schritt zu einer transparenten und grünen Intralogistik führt.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sind Unternehmen permanent bestrebt, Einsparungspotenziale auszuschöpfen und Prozesse entsprechend zu optimieren. Wie wird die Zukunft der Ladetechnik aussehen? Welche Technologie ist die richtige, um auch zukünftig erfolgreich zu sein?

Prielinger: Ganz einfach ausgedrückt: Diejenige, die dem Anwender in seiner individuellen Situation den größtmöglichen Nutzen bringt. Unternehmen sehen sich aktuell mit steigenden Strompreisen und immer strengeren Auflagen zur Verringerung ihrer CO2-Emissionen konfrontiert. Einsparungspotenziale auszuschöpfen wird daher auch in Zukunft im Kampf um den größten Wettbewerbsvorteil entscheidend sein. Gleichzeitig gilt es, für einen reibungslosen Betrieb die Effizienz und Verfügbarkeit der Flotte zu maximieren – auch hier sehe ich in den kommenden Jahren steigende Herausforderungen. Beides muss sich jedoch nicht ausschließen – vorausgesetzt, alle Bestandteile der Intralogistik, inklusive der Batterieladetechnik, sind ideal aufeinander abgestimmt. Hier sehen wir als technologieunabhängiger Partner unsere größte Stärke. Wir unterstützen Unternehmen dabei, Optimierungspotentiale zu ermitteln, um die eigene Effizienz zu steigern und weitere Einsparmöglichkeiten aufzuzeigen – immer mit dem Ziel einer nachhaltigen und kosteneffizienten Intralogistik.
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