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Interview mit CLARK CEO Rolf Eiten zur Corona PandemieUnternehmensnachrichten
Interview mit Rolf Eiten, President & CEO Clark Europe GmbH (02.04.2020)
CLARK Europe GmbH - Der Logistik kommt in der Corona-Krise eine besondere Aufgabe zu, denn Lieferketten zur Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln, Medikamenten und medizinischer Ausrüstung dürfen nicht unterbrochen werden. Deshalb unternimmt Clark Europe mit seinem umfangreichen Vertriebsnetz mit 168 Händlern in 58 Ländern Unternehmensangaben zufolge alles in seiner Macht stehende, um für Kunden auch in dieser außergewöhnlichen Krisensituation da zu sein: „You Can Count On Us“ mit dieser Botschaft wendet sich Rolf Eiten, Clark President & CEO, an seine Kunden und Geschäftspartner.
Im Interview beschreibt er die aktuelle Situation in seinem Unternehmen sowie die umfassenden Maßnahmen, um mögliche Auswirkungen der Corona-Krise auf den Geschäftsbetrieb zu minimieren. Im Zentrum all dieser Schritte steht nach seinen Angaben der Schutz von Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern.
„Wir müssen in diesen schweren Zeiten zusammenstehen“, so Rolf Eiten, President & CEO Clark Europe.

„Wir müssen in diesen schweren Zeiten zusammenstehen“, so Rolf Eiten, President & CEO Clark Europe.
Aufgrund der Corona-Krise stehen wir am Anfang einer tiefgreifenden Rezession. Ein Ende ist noch nicht abzusehen. Was bedeutet die aktuelle Situation für Ihr Unternehmen?

„Die rasante Entwicklung der Covid-19-Pandemie stellen uns alle vor große Herausforderungen. Seit Anfang März 2020, als die ersten Corvid-19 Fälle in Deutschland aufgetreten sind, verzeichnen wir drastische Einbrüche bei den Auftragseingängen für Flurförderzeuge und Ersatzteile. Auch unsere Vertriebspartner in der gesamten EMEA-Region berichten über starke Umsatzeinbrüche. Die Corona-Krise zwingt nicht nur uns, sondern ebenso die Betreiber von Flurförderzeugen Schutzmaßnahmen für Ihre Mitarbeiter zu ergreifen und Ausgaben zu reduzieren. Infolgedessen werden unsere Fachberater und Servicetechniker häufig nicht mehr auf dem Betriebsgelände von Kunden empfangen. Auch Mieteinsätze von Fahrzeugen werden beendet oder drastisch reduziert“.

Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um Ihr Unternehmen durch diese schweren Zeiten zu manövrieren?

„Wir haben unser Unternehmen umfassend an die aktuelle Situation angepasst. Ein Krisenstab, den wir in unserem Hause gebildet haben, beurteilt die Lage tagesaktuell neu. Reisetätigkeiten sowie alle internationalen Unternehmenskonferenzen sind zurzeit ausgesetzt. Die Kommunikation erfolgt nur noch über digitale Kanäle. Wir reduzieren natürlich unsere Ausgaben. Investitionen werden verschoben. Eine Reduzierung unserer Mitarbeiter ist nicht geplant. Wir wollen unsere Belegschaft in jedem Fall behalten, da wir alle Mitarbeiter für die Zeit nach Corona brauchen. Allerdings müssen wir der wirtschaftlichen Situation Rechnung tragen. Das heißt, wir werden die von der Regierung geschaffenen Regelungen zur Kurzarbeit ab April in Anspruch nehmen und für unseren Betrieb in Deutschland Kurzarbeit anmelden. Umso mehr möchte ich an dieser Stelle betonen, dass wir auch in dieser herausfordernden Situation unser Leistungsangebot für unsere Kunden aufrechterhalten und unsere Arbeit weiterführen. Das heißt, wir sind für Kunden und Geschäftspartner über die gewohnten Kontakte weiter erreichbar“.

Ist der Schutz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gewährleistet?

„Wir haben bereits zu einem frühen Zeitpunkt Maßnahmen zum Schutz unserer Mitarbeiter ergriffen. So sind zum Beispiel Handhygienestationen an allen neuralgischen Stellen im Hause eingerichtet worden. Mitarbeiter mit Vorerkrankungen und/oder altersbedingt höher gefährdete Mitarbeiter arbeiten vom Homeoffice. Und wie schon gesagt, betrieblich bedingte Reisen finden nicht mehr statt. Mitarbeiter, die privat von Urlaubsreisen zurückkehren, durchlaufen eine Quarantänezeit und arbeiten währenddessen von zu Hause. Besuche von außen, etwa von Kunden oder Lieferanten, finden zurzeit nicht statt. Ebenso haben wir alle Schulungsmaßnahmen in unserem Trainingscenter bis auf weiteres ausgesetzt. Mitarbeiter, die Anlieferungen annehmen sowie Verladungen durchführen und hierdurch Kontakt zu Fahrern haben, arbeiten in geschützten Bereichen“.

Wie funktionieren die Abläufe im Unternehmen, ist Homeoffice eine Alternative und wie werden Unternehmensbereiche weitergeführt, bei denen Homeoffice keine Option ist?

„Wie schon gesagt, da wo es nötig und möglich ist, nutzen wir das Homeoffice bereits als Alternative. Während der Phase der Kurzarbeitszeit arbeiten wir in zwei Schichten, um so einen zusätzlichen Schutz für Mitarbeiter zu schaffen. Unsere IT-Landschaft ist sehr leistungsfähig und erlaubt sowohl die Steuerung von außen als auch die uneingeschränkte Kommunikation der Mitarbeiter im Homeoffice. Einige Bereiche, wie beispielsweise die Buchhaltung, arbeiten im Büro, denn keine Buchung ohne Beleg. Auch die Mitarbeiter in Werkstatt oder Lager müssen am regulären Arbeitsplatz ihren Dienst tun. Hier greift dann aber unser Zwei-Schicht-Prinzip“.

Läuft die Produktion in den Werken weiter?

„Bislang läuft die Produktion in unseren Lieferwerken in Vietnam, Südkorea und China weiter. Nach anfänglichen Verzögerungen einiger Seefrachtlieferungen im Januar und Februar, die aber überwiegend den Luna-Feiertagen und dem schlechten Wetter auf See geschuldet waren, haben uns die Werke im März normale Bedingungen ab April bestätigt. Die Lieferkette seitens unserer Werke steht also. Es könnte jetzt allerdings zu Verzögerungen durch unterbrochene Lieferketten in den Absatzmärkten kommen“.

Kommt es zu Verzögerungen bei der Auslieferung von Clark Flurförderzeugen oder Ersatzteilen?

„Sowohl für Neumaschinen als auch für Ersatzteile sind wir in unserer Europazentrale mit unserem großen Ersatzteilzentrum bzw. unseren Warenbeständen sehr gut bevorratet. Wir haben ständig direkten Zugriff auf Neufahrzeuge im Neumaschinenlager in Duisburg und hier erfolgt rollierend auf monatlicher Basis weiterer Zulauf an Neumaschinen. Die Ersatzteilversorgung ist zusätzlich durch unsere internationalen Bezugsquellen, die bislang reibungslos funktionieren sowie durch Warenbestände bei unseren lokalen Händlern abgesichert. Wir sehen aktuell keine wesentlichen Verzögerungen bei der Auslieferung von Neugeräten. Eher sorgen wir uns darüber, ob die Auslieferungen an unsere Kunden wie geplant erfolgen können oder eventuell noch Aufträge storniert werden“.

Wie ist die Situation bei Ihren Vertriebspartnern?

„Wie eingangs bereits geschildert, geht bei unserem Händlernetzwerk die Nachfrage von Endkunden derzeit stark zurück. Das stellt unsere Vertriebspartner vor große Herausforderungen und erfordert viel unternehmerische Weitsicht. Wir sind zuversichtlich, dass unsere Partner verantwortlich mit der Situation umgehen und in die Zukunft gerichtete Maßnahmen ergreifen“.

Ist der Kundenservice von Clark Europe verfügbar?

„Der Kundendienst sowohl in unserer gesamten Region als auch lokal in unserem Vertriebsgebiet vor Ort ist sichergestellt. Für unseren Direktvertrieb in der Region Duisburg gilt, dass der Kundendienst wie gewohnt erreichbar ist – auch während der Kurzarbeitsphase. Stammkunden werden dabei ausnahmslos bedient, wenn sie unsere Dienste anfordern. Bei Anfragen von Neukunden wird vorher geprüft, wie die Situation vor Ort ist, d. h. ob der Servicetechniker gefahrlos Wartungs- oder Reparaturarbeiten ausführen kann, ohne dass er Kontakt zu vielen Menschen hat. Zum Schutz der Mitarbeiter haben wir alle Kundendienstwagen mit Desinfektionsspray ausgerüstet und unseren Mitarbeitern strikte Hygiene- und Verhaltensvorgaben mit auf den Weg gegeben“.

Was fehlt und geht in diesen Tagen verloren?

„Leider gehen die persönlichen Kontakte mit Kunden, Lieferanten und Dienstleistern, aber auch mit den eigenen Mitarbeitern ein Stück weit verloren. Bei vielen Menschen sind Leichtigkeit und Offenheit verschwunden. Der Alltag wird stattdessen von der Sorge über die eigene Gesundheit und das persönliche finanzielle Wohlergehen überschattet“.

Wie lange kann ein Unternehmen so etwas durchhalten?

„Eine Krise mit einem solchen Ausmaß haben wir alle noch nicht erlebt. Vor diesem Hintergrund fällt es mir schwer, zum jetzigen Zeitpunkt eine wirklich treffende Prognose abzugeben. Ich glaube aber, dass wir diese Situation einige Monate durchhalten können, wenn die jeweilig beteiligten Parteien gut miteinander umgehen und gemeinsam an einem Strang ziehen, um diese Herausforderung zu meistern“.

Was bedeutet das konkret für die voraussichtliche Geschäftsentwicklung der Clark Europe?

„Unsere ursprüngliche wirtschaftliche Planung für 2020 kann nicht mehr zum Tragen kommen. Stattdessen befassen wir uns aktuell mit einer Krisenplanung, die einen deutlich reduzierten Umsatz für das Jahr beinhaltet. Die Dauer der Krise wird letztendlich den Ausschlag geben, wie tief der wirtschaftliche Einschnitt für unseren Betrieb ausfallen wird. Ich bin dennoch zuversichtlich, dass wir die Krise meistern können“.

Sehen Sie sich insgesamt ausreichend vorbereitet?

„Das ist eine schwierige Frage. In einer solchen Situation kann man meiner Ansicht nach nie genug vorbereitet sein. Ich kann Ihnen jedoch versichern, dass das Clark Management-Team sehr gute Arbeit leistet und entsprechend der jeweiligen Situation angemessene Entscheidungen und Maßnahmen trifft, die zum Wohle der Unternehmung, seiner Mitarbeiter, Vertriebspartner und Lieferanten beitragen“.
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